Sunday, 8 April 2007


The possessive menu (Near East)

Dolma, rice with or without minced meat rolled in a vine leaf and steamed, is claimed by both the Azeri and the Armenians to be their creation; each having perfected the dish long before the other – enemy – party had copied it. We ate it in Georgia , then in Turkey and again in Syria . Only in Jordan it became less popular yet still available. Peter Balakian in his book "The dogs of the Ararat" describes the mouth watering food that his Mother and Aunts continued to prepare in exile in the United States . It was of course Dolma. And then there was water melon with white goat cheese, the 1000 fold Baklava. We found them all again and again along our journey, spread across borders and religions; each prepared with care and their local touch, and served with pride. Whose creation is it and does it really matter? Is it not just a wonderful heritage of what was once the ethnically and culturally diverse and rich Ottoman Empire?

From the diary of a journey from Tbilisi, Georgia, to Aqaba, Jordan, in April/May 2005;



Das Besitz-Ergreifende Menu (Naher Osten)

Azeris und Armenier behaupten gleichermassen, Dolma - Reis mit oder ohne Fleisch, eingerollt in Weinblätter und im Dampf gekocht – erfunden, gekocht und perfektioniert zu haben, lange bevor die Feindes-Partei sie kopiert hätten. Wir haben Dolma auch in Georgien gegessen, dann in der Türkei, Syrien, und erst in Jordanien sind sie seltener geworden, aber immer noch erhältlich. Der Exil-Armenier Peter Balakian in seinem Buch "Die Hunde vom Ararat" beschreibt die Speisen, die seine Mutter und Tanten in den USA auch nach Jahren der Emigration mit Akribie zubereiteten, natürlich Dolma, und dann Wassermelone mit weissen Ziegenkäse, 1000 blättrige Baklava…wir haben sie alle wieder gefunden, über Grenzen und Religionen hinweg, mit Liebe und Lokalkolorit zubereitet und mit Stolz serviert – wem gehören sie, und ist es wirklich wichtig? Wäre es weise zu sagen, dass sie nur einmal erfunden wurden? Oder sind sie nicht ein wunderbares Erbe der einst ethnisch und kulturell so diversen und reichen Muster des ehemaligen Ottomanischen Reiches, und der beeinflussten Nachbarregionen?
Aus dem Tagebuch einer Reise von Tbilisi, Georgien, nach Aqaba, Jordanien, im April/Mai 2005;





No curves (Middle East)

In Eastern Turkey, in spite of Ataturks best efforts to mould a secular society with Western dress codes, elderly men still wear the baggy trousers worn elsewhere throughout the Islamic world. The further south we travelled the more this style of dress in combination with the long shirts became the standard. Some chose to wear white or blue-white. For others it was more practical shades of brown. One group of men visiting Palmyra wore immaculate black with a white and red scarf. Women were generally veiled to varying degrees; ranging from a scarf to cover the hair to a veil with only a slit for the eyes. Their dresses were loose and flowed to the ground. Yet among both women and men you could observe Western dress codes, particularly in the more cosmopolitan towns and cities. Striking were the differences between the Christian and Muslim villages in the south of Syria , one sight at the women's dressing was sufficient to determine the predominant religion. We tended to associate the Islamic style of dress with the Koran's command not to show the shape of the body and, observing the limitations this conservative code of dress meant for the women, tended to object to it. Yet we could not ignore the practical advantages of dressing in loose fitting clothes that covered most of the body and questioned whether in fact it was more a case of functionality than religion.

From the diary of a journey from Tbilisi, Georgia, to Aqaba, Jordan, in April/May 2005;


Keine Kurven (Naher Osten)

In der Osttürkei, trotz Atatürks besten Bestrebungen, eine säkulare Gesellschaft mit Westlichen Kleidern einzuführen, tragen die älteren Männern immer noch die Gagelfängerhosen, wie überall in der islamischen Welt. Je weiter gegen Süden wir reisten, je mehr wurde dieser Kleiderstil üblich, kombiniert mit langen Hemden. Die einen trugen weiss, oder blau weiss, während andere praktischeres braun in allen Schattierungen wählten. Eine Gruppe von Männern, die Palmyra besuchten, trugen einwandfrei schwarze, bodenlange Kleider mit rot-weissen Kopftüchern – ein fraglos eleganter Anblick. Frauen trugen im allgemeinen Schleier, die in ihrer leichtesten Form nur das Haar bedeckten, oder dann in der Maximalvariante bloss einen Spalt für die Augen freiliessen. Ihre Kleider waren weit und flossen bis auf den Boden. Trotzdem, sowohl unter den Frauen wie den Männern kleideten sich einige westlich, vor allem in den grösseren und kosmopolitischeren Städten. Auffallend waren die Unterschiede zwischen den Christlichen und Muslimischen Dörfern im Süden von Syrien, wo ein Blick auf die Kleider der Frauen ausreichte, um die vorherrschende Religion zu identifizieren. Wir haben die Tendenz, den Islamischen Kleiderstiel unmittelbar mit dem Auftrag des Korans in Verbindung zu bringen, keine Körperformen zu zeigen. Bewusst, welche Limitationen dieser Kleiderstil in Sachen Bewegungsfreiheit mit sich bringen kann, haben wir die Tendenz, ihn abzulehnen. Allerdings konnten wir, je länger wir reisten je weniger ignorieren, dass diese ausladende, den Körper vor Sonne, Sand und Moskito schützende Kleidung auch grosse Vorteile mit sich bringt, und schliesslich fragten wir uns, ob sie nicht doch viel mehr Funktionalität als Religion folgte?

Aus dem Tagebuch einer Reise von Tbilisi, Georgien, nach Aqaba, Jordanien, im April/Mai 2005;






God's and others will (Middle East)

The borders of the Middle East were drawn as the victors of the First World War divided the spoils at Versailles . The Ottoman Empire , on the side of defeated Germany , was split up between Russia , France and Great Britain . Jordan and Syria were the result of a secret English and French agreement to share the mandate over the region once, with the help of the Arabs, it was free from the rule of Istanbul . Lebanon was carved from Syria to create a state for the Christians, nevertheless Syria has always been closely involved in the affairs of its neighbour; only recently were Syrian military and security forces withdrawn from Lebanon . In Jordan , France and England acted as king makers for a family who represented their own continuing interests in the region. Yet the historical memory about this region for most of us is limited to the film Lawrence of Arabia. In the desert of the Wadi Rum we passed a fresh water spring with a well maintained path leading to it. The tourist guide described it as Lawrence 's Well, but as our Bedouin guide pointed out, this like all other wells, could only be God's well.

From the diary of a journey from Tbilisi, Georgia, to Aqaba, Jordan, in April/May 2005;

Gottes und Anderer Leute Wille (Naher Osten)

Die Grenzen im Nahen Osten wurden gezeichnet, als die Sieger des Ersten Weltkrieges in Versailles die Pfründen aufteilten. Das Ottomanische Reich, auf der Seite des geschlagenen Deutschlands, wurde zwischen Russland, Frankreich und Grossbritannien aufgeteilt. Jordanien und Syrien sind das Resultat eines geheimen Abkommens zwischen England und Frankreich, das Mandat über die Region zu teilen, wenn sie sie mit Hilfe der Araber dem Einfluss Istanbuls entzogen hatten. Der Libanon wurde von Syrien abgetrennt, um einen eigenen Staat für die Christen zu schaffen, trotzdem ist Syriens Einfluss auf seinen Nachbar stets gross beblieben; Erst kürzlich hat Syrien Militär und Ordnungskräfte aus dem Libanon abgezogen. In Jordanien wurden Frankreich und England zu Königsmachern einer Familie, die ihre eigenen andauernden Interessen in der Region vertraten. Trotzdem ist das historische Gedächtnis der meisten von uns über diese Region reduziert auf den Film über diese Region reduziert auf den Film über Laurence of Arabia. In der Wüste des Wadi Rum kamen wir an einer in einen Brunnen gefassten Quelle vorbei. Ein gut unterhaltenen Weg führte dazu. Der Reiseführer beschrieb den Brunnen als Lawrence' Quelle. Unser Bedouinen Führer hatte dafür wenig übrig. Diese Quelle, wie alle übrigen Quellen übrigens auch, seien einzig Gottes Quellen. Recht hatte er natürlich.

Aus dem Tagebuch einer Reise von Tbilisi, Georgien, nach Aqaba, Jordanien, im April/Mai 2005;












I am a Bedouin (Middle East)

The Bedouin are proud people. "I'm a Bedouin" was always a message at an early stage of their conversations with us. Yes, they would also be Arabs, they confirmed, but only when we specifically asked. Bedouins live throughout the countries of the Middle East and even though not claiming a state of their own they feel a unity with each that crosses borders. A Bedouin would always be welcomed in the tent of another Bedouin, we were told.

From the diary of a journey from Tbilisi, Georgia, to Aqaba, Jordan, in April/May 2005;

Ich bin ein Bedouine (Naher Osten)

Die Bedouinen sind stolze Leute. "Ich bin ein Bedouine" fiel stets bald in einem Gesprächen mit ihnen. Ja, sie wären auch Araber, bestätigten sie uns, aber nur wenn wir nachfragten. Bedouinen leben in allen Ländern des Nahen Ostens, und obschon sie keinen eigenen Staat proklamieren, haben sie einen Zusammengehörigkeitsgefühl, das weit über Staatsgrenzen hinaus geht. Ein Bedouine sei immer willkommen im Zelt eines anderen Bedouinen, wurde uns erklärt!

Aus dem Tagebuch einer Reise von Tbilisi, Georgien, nach Aqaba, Jordanien, im April/Mai 2005;

Bare Foot (Middle East)

Bedouins mostly walk barefoot be it through choice or inability to afford expensive shoes. When we left the Feinen our guides wore their best shoes and clothes, only to change behind a bush after the first kilometre and continue in flip flops and old clothes once out of sight of their fellow villagers. Then, a couple of kilometres before we reached our pick up point, they again disappeared and reappeared perfectly dressed and groomed. They had managed to keep these items clean and dry while we had waded through pools and climbed waterfalls! Our Bedouin guide in Wadi Rum did not even bother with shoes on the route up to the Burda Stone Bridge . When we expressed our surprise, he only acknowledged that his feed had become very soft compared to when he was a child!

From the diary of a journey from Tbilisi, Georgia, to Aqaba, Jordan, in April/May 2005;


Barfuss (Naher Osten)

Beduinenkinder sind meistens barfuss unterwegs, weil sie keine – teuren – Schuhe haben. Als wir in Feinan das Dorf mit unseren Führern verliessen, trugen sie die besten Kleider, nur um sich nach dem ersten Kilometer ausserhalb der Sichtweite des Dorfes hinter einem Busch umzuziehen und in Flip Flaps und alten Kleidern weiter zuziehen. Dann, bevor wir den Treffpunkt mit unserem Fahrer erreichten, verschwanden sie wieder und erschienen perfekt gekleidet und mit polierten Schuhen. Sie hatten das Kunststück zustande gebracht, Schuhe und Kleider trocken und sauber zu behalten, während wir durch unzählige Teiche gewatet und Wasserfälle hochgestiegen waren. Und unser Bedouinen Führer im Wadi Rum kümmerte sich gar nicht erst um Schuhe – zur Burda Stein Brücke ist er barfuss gestiegen, immer noch viel schneller als wir! Als wir dann unsere Überraschung zum Ausdruck brachten, meinte er nur, dass das nichts im Vergleich zu früher sei, als er hohe Berge barfuss bestiegen hätte - auch seine Füsse seien seit seiner Kindheit viel weicher geworden!

Aus dem Tagebuch einer Reise von Tbilisi, Georgien, nach Aqaba, Jordanien, im April/Mai 2005;

Going to Mecca (Jordan)

The 27 year old son of our Bedouin hosts, who's parents still live in their tent in the desert in the shadow of Wadi Rum in the South of Jordan, and where he spends alternate nights when at his sister's house in the village, was not exactly sure how much he wanted to settle down. We asked him if he had made the Haj to Mecca . His answer was no, and a little later, after some thought, he added that one should not go there too early. When we insisted to know why, he finally shared a long list of things he could not do after having made the pilgrimage. Looking at beautiful girls was out, missing prayers was no longer acceptable, no more drinking alcohol, no parties, and a lot of other big and small pleasures he listed with a little smile over his face. We finally understood only too well why Mecca could wait, at least for him, another couple of years!

From the diary of a journey from Tbilisi, Georgia, to Aqaba, Jordan, in April/May 2005;


Der rechte Zeitpunkt um nach Mekka zu pilgern (Jordanien)

Der 27jährige Sohn unseres Bedouinen-Gastgebers, dessen Eltern noch in einem Zelt in der Wüste leben, während er nur noch jede zweite Nacht mit ihnen verbringt, und die andere Hälfte bei seiner Schwester in einem Haus im Dorf, wusste noch nicht so recht, ob und wo er sich niederlassen wollte. Wir fragen ihn, ob er schon nach Mekka gepilgert sei? Seine Antwort war nein, und ein wenig später fügte er bei, dass man nicht zu früh nach Mekka pilgern sollte. Als wir nachfragten, warum, teilte er schliesslich eine lange Liste von Dingen mit uns, die er nach der Pilgerfahrt nicht mehr tun könne. Also zum Beispiel nicht mehr den schönen Mädchen nachschauen, kein Gebet verpassen, keinen Alkohol zu trinken…und wir verstanden schliesslich nur zu gut, weshalb Mekka noch ein paar Jahre warten konnte!
Aus dem Tagebuch einer Reise von Tbilisi, Georgien, nach Aqaba, Jordanien, im April/Mai 2005;







Arafat ’s Scarf (Middle East)

Ask any one to describe the late Yasser Arafat and it is almost guaranteed that they will start with his traditional Arab head scarf. When we reached Eastern Turkey the Kurds were wearing the head scarf as they drove their sheep towards the summer pastures, but it was only when we entered Syria did the change in dress style really strike us. What we tended to immediately associate with the late Palestinian leader is the common Arab head dress throughout the Middle East . Men lay it in a triangle over their head and either fix it in place with a black rope ring or wrap the ends around their head and tuck them in to create a sort of a brim. As we travelled we started to study the different, styles, colours and fabrics. In south eastern Turkey , men wore a lilac coloured scarf with delicate flower embroidery; something we would associate more to women’s apparel. In the harsh sun and frequent sand storms they offer the ideal protection from the elements and many a western desert traveller uses them for their function ability.

From the diary of a journey from Tbilisi, Georgia, to Aqaba, Jordan, in April/May 2005;


Arafats Kopftuch (Naher Osten)


Die erste Assoziation mit dem verstorbenen Yassir Arafat ist doch stets sein traditionelles arabisches Kopftuch. Als wir die Osttürkei erreichten, trugen es die Kurden, die ihre Schafe auf die Sommerweiden trieben. Aber erst als wir nach Syrien einreisten, fiel uns der Kleiderwechsel so richtig auf. Was wir stets mit dem ehemaligen Palästinenserführer assoziieren, erwies sich als der normale Kopfschmuck der Araber im ganzen Nahen Osten. Männer legen es in einem Dreieck über den Kopf und fixieren es entweder mit einem schwarzen Seilring oder schlingen das eine oder beide Enden um den Kopf um eine Krempe zu kreieren. Während wir weiter reisten, studierten wir die verschiedenen Modelle, Style, Farben und Stoffe. In der Südosttürkei trugen Männer ein lilafarbenes Tuch mit delikaten Blumenstickereien, eher ein Stück, dass wir auf Frauenköpfen erwartet hätten. In der heissen Sonne und von regelmässigen Sandstürmen begleitet, bieten diese Kopftücher idealen Schutz vor den Elementen und viele westliche haben sie für ihre Funktionalität schätzen gelernt.

Aus dem Tagebuch einer Reise von Tbilisi, Georgien, nach Aqaba, Jordanien, im April/Mai 2005;



Sharing shoes (Jordan)

Feinan is a Bedouin settlement within the Dana National Park where tents spread out around a little mosque. As the sun descended towards the horizon we walked down to the school where a dozen boys and young men were enthusiastically playing football on the rough concrete standing. As we watched closer we realised that not all players were wearing shoes, or to be more precise, not all players wore a pair of shoes. It turned out that a number shared their shoes with someone else. Did that mean the players favoured the foot with a shoe on it? Watching them chase down the ball and go for the tackle was not for the faint hearted. At least only every second step hurt!

From the diary of a journey from Tbilisi, Georgia, to Aqaba, Jordan, in April/May 2005;

Geteilte Schuhe (Jordanien)

Feinan ist ein jordanisches Beduinen Dorf aus Zelten rund um eine kleine Moschee im Dana Nationalpark. Als die Sonne sich dem Horizont zuneigte, spazierten wir zur Schule, wo ein Dutzend Buben und junger Männer auf einem rohen Betonplatz enthusiastisch Fussball spielten. Beim näheren Hinschauen fiel uns auf, dass nicht alle Spieler Schuhe trugen, oder um präziser zu sein, nicht alle trugen ein Paar Schuhe. Es zeigte sich, dass einige sich ein Paar Schuhe teilten! Ob die Spieler den Fuss mit dem Schuh bevorzugten? Oh nein, sie gaben alles für den Ball. Aber immerhin schmerzte nur jeder zweite Schritt! Die Nacht war hereingebrochen, und wir kehrten zurück in unsere Märchenhafte Feinan Lodge, nur mit Dutzenden von flackernden Kerzen erleuchtet, die Schatten auf Kuppeln und Geländer warfen, und wir schauten zurück ins Dorf, wo in jedem Zelt eine kleine Öllampe glühte. Friede war eingekehrt in diesem wunderbaren Ort am Rande der Wüste.

Aus dem Tagebuch einer Reise von Tbilisi, Georgien, nach Aqaba, Jordanien, im April/Mai 2005







Climbing Mount Jebel Umm (Jordan)

Serious scramble was how it was described in the guide book. What on earth would a serious scramble on a 1750m high Jebel be? Crawling up on all fours legs and hands? And so it was, not all the time, but still quite often enough. Not that that in itself would have been especially difficult, but it was the degree of exposure for most of the route! Unroped most of the way, all we could rely on was our own sure footing and firm grip. Zigzagging ever upwards we followed the natural lines, along narrow terraces, up slender shoulders and into dry streambeds. For much of the time there was no discernable track we could see but our Bedouin guide followed without hesitation the footsteps of his forefathers. Bedouin hunters have discovered the routes over ages as they tracked goats and Onyx, a most beautiful animal and possibly the inspiration of the legendary unicorn but almost extinct now in Jordan. We scaled and descended sandstone dome after sandstone dome as we neared the summit and squeezed our feet into narrow cracks to miraculously descent like a squirrel along a strategically situated tree trunk, constantly wondering whether our shoe soles would pass the friction test. Never in a straight line, if we had missed one turn we would have been lost. There is an enormous Jordanian flag painted on top of Jebel Umm and upon reaching it we laid back and closed our eyes. As we dosed our Bedouin guide called his wife and sent her a picture with his mobile phone camera. Times are changing!

From the diary of a journey from Tbilisi, Georgia, to Aqaba, Jordan, in April/May 2005;


Die Besteigung des Jebel Umm (Jordanien)

"Seriöses Krabbeln" stand in der Beschreibung des Bergführers. Wir fragten uns, was seriöses Kabbeln auf einen 1750m hohen Berg bedeuten würde? Auf allen vieren hoch und wieder runter? Und genau so war es, nicht immer, aber doch ziemlich oft. Nicht dass es speziell schwierig gewesen wäre – aber links und rechts von unseren Füssen war oft viel Luft, bis viel tiefer unten wieder Grund kam. Ohne Seil konnten wir uns nur auf unsere Tritte und Griffe verlassen. Und hätte einer unserer Tritte oder Griffe versagt – besser nicht daran denken. Entlang schmaler Terrassen und Schultern und durch gut strukturierte Wände, ohne Weg aber auf historischen Jägerpfaden der Bedouinen auf der Suche nach dem Oryx, diesem wunderschönen Tier, das möglicherweise die Form des legendären Einhorns inspiriert hatte und heute fast ausgestorben ist. Wir stiegen hunderte von Elephanten und Walrücken hoch, zwängten unsere Füsse in enge Schlitze um beinahe kopfüber wie ein Eichhörnchen entlang eines Baumstammes abzusteigen, uns immer wieder fragend, wie lange unsere Schuhe den Reibungstest noch bestehen würden. Nie in einer geraden Linie, immer wieder runter im Aufstieg, und hoch im Abstieg, ging die krabbel-bare Route, und hätten wir eine einzige Abzweigung verpasst, wären wir verloren gewesen. Eine riesige jordanische Fahne ist auf den breiten, runden Gipfel des Jebel Umm gemalt, und wir legten uns mit dem Rücken darauf, während unser Bedouinen Führer seine Frau anrief und ihr ein Bild sandte. Die Zeiten ändern sich!

Aus dem Tagebuch einer Reise von Tbilisi, Georgien, nach Aqaba, Jordanien, im April/Mai 2005;











The Bedouin Tent (Jordan)

Many Bedouins now live in houses in villages rather than in traditional tents dispersed across the desert. However despite having four walls around them the insides of their houses still resemble a tent, with almost no furniture. Life takes place on the floor as it would in a tent. Others still live in tents, but instead of being nomadic they are now semi static. All families now have a pick up truck with which to collect water. There are dromedaries tethered close to their tents and some goats corralled into pens. As the Bedouin population has increased so too has the concern over how sustainable their lifestyle is within the strict confines of the desert. It is the right of every Bedouin to have a flock of goats yet how many goats can the desert support. It is a delicate balance that affects nomadic peoples throughout the world. There is water to be found in the desert, hidden away in narrow deep fissures in the rocks, more often than not very difficult to get to. Comparing today’s water tanks with how livestock was watered in the past it is difficult to understand how Bedouins survived. We were fascinated by the Bedouin tents. They are huge structures. The cloth is goat hair of differing shades of brown woven in long panels the width of the weaving chair. They are then sewed together with huge stitches, suspended on thick wooden poles and tensioned with heavy guide ropes secured to iron pegs. The desert floor is covered with carpets, again two or three panels sewn together, although this time made of camel hair and more colourful, often in reds and yellows on a beige and black background. The winter tents are said to be big, whereas the summer tents are smaller so that a camel can carry them. Nomadic Bedouins still move every season to different grazing grounds, leaving behind quite a mess on their former camping spots. Whereas we take things inside every night, in case it rain, Bedouins in the desert leave their belongings under the night sky for months because rain is not something they need to be concerned about. In Bosra next to the ruins of the roman theatre we bought a Bedouin carpet. During negotiation the shopkeeper admitted frankly that he traded cheap modern carpets for them with Bedouins. Bedouins also want cellular phones and pick up trucks he added laughingly. Few if any traditional carpets are still being made; at some point in the future the cultural heritage of the Bedouins will be lost. When flying over Saudi Arabia from Amman to Dubai , we could still identify the Bedouin tents far below; little rectangles in the otherwise endless golden brown desert.

From the diary of a journey from Tbilisi, Georgia, to Aqaba, Jordan, in April/May 2005;

Das Bedouinen-Zelt (Jordanien)

Viele Bedouinen leben heute, statt in über die Wüste verstreuten Zelten, auch in Häusern, in Dörfern. Trotz der vier Wände ist das Innere dieser Häuser weitgehend wie in einem Zelt geblieben, es gibt kaum Möbel. Das Leben findet am Boden statt, genau wie in einem Zelt. Andere leben immer noch im Zelt, aber statt nomadisch zu leben, sind sie jetzt halbstationär. Viele Familien haben ein Pick up Auto um den Wassertank nachzuführen, und manche verladen ihre ganzen Herden in einen Sattelschlepper, um andere Weidegründe zu erreichen. Hinter dem Zelt ist ein Dromedar angebunden, und einige Ziegen sind in einem Verschlag am blöken. Mit dem Wachstum der Bedouinen Bevölkerung hat auch die Sorge um eine nachhaltige Nutzung der Wüste zugenommen. Es ist das Recht eines jeden Bedouinen, eine Ziegenherde so gross, wie die Wüste sie erträgt, zu haben. Eine delikate Balance, die nomadische Leute auf der ganzen Welt betrifft. Es gibt ein wenig Wasser in der Wüste, gut versteckt in oft kaum zugänglichen engen Felsspalten. Aber wenn man die heutigen mobilen Wassertanks vergleicht mit den Methoden, wie ursprünglich das Vieh der Bedouinen getränkt wurde, so wird man sich bewusst, wie radikal ihr Leben sich verändert hat. Wir waren fasziniert von den Bedouinen Zelten. Es sind riesige Strukturen. Das Plachen-Material ist aus Ziegenhaar in verschiedenen Brauntönen in langen Bahnen gewoben und mit riesigen Stichen zusammengenäht, an handgeschnitzten Holzpfählen aufgehängt und mit dicken Seilen und eisernen Heringen gespannt. Der Wüstenboden ist mit Teppichen, wiederum zwei oder drei Webbahnen zusammengenäht, bedeckt, diesmal aus Kamelhaar und farbiger, oft in rot und gelb auf beigem und schwarzen Hintergrund. Die Winterzelte sind grösser, während die Sommerzelte klein genug sind, dass ein Dromedar sie zusammengefaltet auf dem Rücken tragen kann. Nomadische Bedouinen wandern immer noch mehrmals pro Jahr weiter, auf ihren ehemaligen Campingplätzen eine ziemliche Unordnung hinterlassend. Während wir jede Nacht alles hereinnehmen, weil es ja regnen könnte, lassen Bedouinen in der Wüste ihre Dinge für Monate unter dem Himmel stehen und liegen, weil es ebenso lange nicht regnet. In Bosra neben den Ruinen des römischen Theaters haben wir einen Bedouinen Teppich gekauft. Im Laufe der Verhandlungen hat der Verkäufer freimütig zugegeben, dass er den Teppich gegen einen billigen modernen Teppich eingetauscht hätte. Bedouinen würden auch Handies und pick up Autos wollen, ergänzte er lachend. Es werden kaum mehr traditionelle Teppiche gewoben; Irgend einmal wird das kulturelle Erbe der Bedouinen ausverkauft sein, die Bedouinen werden aber weiter einen Weg finden, Bedouinen zu bleiben. Als wir von Amman über Saudi Arabien nach Dubai flogen, konnten wir noch immer die Bedouinen-Zelte tief unten erkennen; kleine Rechtecke wie Mini-Legosteine in der ansonsten endlosen Wüste.

Aus dem Tagebuch einer Reise von Tbilisi, Georgien, nach Aqaba, Jordanien, im April/Mai 2005;